Bautätigkeit hinterlässt Spuren — manchmal auch an Nachbarliegenschaften. Ob Neubau, Tiefbau oder Leitungsbau: Wer keine vorsorgliche Beweissicherung veranlasst, trägt im Streitfall die volle Beweislast. Wir dokumentieren den Zustand angrenzender Bauten vor, während und nach der Bauphase — präzise, normkonform und rechtssicher.
Aufnahme aller visuell erkennbaren Schäden, Risse, Abplatzungen, Senkungszeichen und Feuchtigkeitsschäden am bestehenden Bauwerk — fotografisch, textlich und in einer Planskizze. Das Protokoll wird den betroffenen Parteien zur Anerkennung vorgelegt und dient als verbindliche Ausgangslage.
Periodische Kontrollbegehungen während der Bauphase zur Feststellung neu aufgetretener Schäden oder Veränderungen bestehender Risse. Veränderte Befunde werden mit dem Ausgangszustand verglichen und nachgeführt.
Abschliessende Begehung und Vergleich mit dem Ausgangszustand — Grundlage für die Schadensregulierung und Abgrenzung von Haftungsansprüchen.
Risse werden nach Norm in fünf Klassen eingeteilt (von feinen Rissen ≤ 0,2 mm bis klaffenden Rissen ≥ 3 mm). Aufgenommen werden nur Risse, die aus einem Meter Distanz mit blossem Auge erkennbar sind (ab ca. 0,05 mm Rissbreite). Unterschieden werden Oberflächenrisse und durchgehende Risse. Jeder Riss wird in Lage, Länge, Breite und Art protokolliert.
Bei Verdacht auf aktive Bewegungen oder besonders sensiblen Bauwerken können Risse mit Messmarken oder Gipsabdrücken überwacht werden. Rissmonitoring erlaubt die kontinuierliche Beobachtung in allen Achsen über einen definierten Zeitraum.
Gemäss ZGB Art. 679 liegt die Beweislast bei der Bauherrschaft. Ohne Rissprotokoll ist es praktisch unmöglich, rückwirkend zu belegen, dass ein Schaden bereits vor Baubeginn vorhanden war.
Eine normkonforme Ausgangsdokumentation ist das wirksamste Mittel, um im Streitfall unberechtigte Schadenersatzforderungen zurückzuweisen.
Sie registrieren kontinuierlich Schwinggeschwindigkeiten und alarmieren bei Überschreitung definierter Grenzwerte.
Beweissicherung ist kein bürokratischer Zusatzaufwand — sie ist das wichtigste Risikomanagement-Instrument für jeden Bauherrn, der in bebauter Umgebung baut.
Bachelor of Science FHNW in Geomatik
Leitung Vermessung
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